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Chris
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Beitrag von Chris » 22.05.12 12:51:27

Hast du nicht gehört was die Dortmunderin gesagt hat? Wenn die Leute über die Zäune klettern kann man noch so versuchen sie zurückzuhalten, es ist unmöglich.
Das sind zwei Paar Schuh: In Dortmund hat man sowohl 2011 als auch 2012 bis zum Schlusspfiff gewartet, und 2011 - als die Schale aufm Platz übergeben worden ist - zunächst nur das erste Drittel des Rasens gestürmt und hat gewartet bis die Zeremonie zuende war.

Übrigens, die Meisterschaft wurde jeweils am 32. Spieltag im Westfalenstadion klar gemacht, und es wurde NICHT gestürmt, weil vorher deutlich gemacht wurde, dass der BVB noch ein Heimspiel auszutragen hat und man den Rasen dafür in einwandfreiem Zustand benötigt.

Soviel zur Vernunft der "positiven" Platzstürmer, also solcher die bloß feiern wollen.
Der Stadionsprecher hat sich die Lunge aus dem Hals geschrien, alle Spieler, Verantwortliche und Ordner haben den Fans klar zu verstehen gegeben dass sie zurückgehen sollen.
In Düsseldorf waren ebenfalls die "positiven" Platzstürmer am Werk. Nicht zuletzt daran zu erkennen, dass diese umgehend den Platz verließen, als sich herumgesprochen hat, dass das Spiel noch nicht vorbei ist. Es wurde weder versucht das Spiel direkt zu beeinflussen, noch Gewalt auszuüben.

Hier muss einfach klar differenziert werden. Negativbeispiele gab es beispielsweise in Berlin 2011, Frankfurt 2011, teilweise Köln 2012.

Bagstone
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Beitrag von Bagstone » 22.05.12 13:18:49

Ja, positive Platzstürmer. Toller Begriff. Übrigens genauso verallgemeinernd bis verharmlosend wie böser Ultra, oder gewaltbereiter Fan. Was ist das?

Auf dem Platz waren Leute, die den Rasen rausgerissen haben. Ist das noch positiv? Es wurden Bengalos geschwenkt (hi@Lambertz). Ist das noch positiv? Waren das alles "positive Platzstürmer"? Es waren auch keine bösen Ultras, wie du selbst noch vehement am gleichen abend im IRC behauptet hast.

Die Dortmunderin gestern hat klar gemacht, dass sie auch nichts von einem positiven Platzsturm hält. Ein paar hundert Fans sind ihren Helden ganz nahe, aber dafür kann die Mannschaft nicht mit 30.000 Leuten auf der Süd Laola, Humba und was weiß ich nicht alles machen. Ein paar hundert Leute verderben zigtausenden die Party. Ist das positiv?

Ich kann nur wiederholen was ich oben geschrieben habe - wenn einige Minuten zuvor das Spiel wegen Bengalos und Böllern vor dem Abbruch stand, wenn die Emotionen so hochkochen, und wenn eine Woche zuvor bei einem Platzsturm Verletzte zu beklagen waren, halte ich es für relativ blauäugig, im Vorbeigehen zu entscheiden "das ist schon ok, die wollen nur spielen".

Eine Geldstrafe trifft nur den Verein und nicht die Fans. Geisterspiele sind für die Spieler (atmosphärisch doof) und für den Verein (dicke Einbußen) schlimmer als für die Fans (verpasst man halt mal ein Spiel, kommt auch sonst mal vor). Harte Strafen (Punktabzug o.ä.) ist das einzige was alle Beteiligten aufweckt: die Fans sind direkt betroffen weil sie mit ihrem Verhalten einen Wiederabstieg provozieren; der Verein gibt seine relativierende Haltung auf und wird bessere Ordnungskonzepte schaffen (Rauball hat dies ja bereits gestern anklingen lassen im Fall von Dortmund). Das ganze ist übrigens eine Einbahnstrasse und für den Verein kann es nicht viel schlimmer kommen - für die Fans aber sehr wohl (Nacktscanner, personalisierte Tickets, Stehplatzabschaffung und all die anderen hanebüchenen Ideen). Da würde ich als Fan doch mal lieber aufhören alles runterzuspielen und auf den GAU zu warten, nachdem dann wirklich Schluss mit lustig ist.

Chris
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Beitrag von Chris » 25.05.12 11:15:09

BaWü-Grüne / Innenpolitik / "Strategien gegen Gewalt in Fußballstadien"

Chris postet nen Link der Grünen? Hat sich etwa jemand in Chris Account gehacked?

Ich weiß nicht ob die Ideen der Grünen in letzter Konsequenz durchzusetzen sind, jedoch überrascht es mich positiv, dass aus dem politischen Lager eine sachliche, nicht pauschalisierende Darstellung der Tatsachen und Probleme mit evtl Lösungen kommt.

Jedenfalls eignet sich das Thema in der o.g. Auslegung bestimmt nicht als Stimmenfang, so ist die Volksmeinung durch die meinungsbildenden Medien doch grundsätzlich Anti-"Fußballfan".

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Beitrag von Bagstone » 25.05.12 12:18:11

Ja, find ich auch gut. (Btw, nun da die Grünen nicht mehr nur noch hauptamtlich Protestpartei sind und tatsächlich wieder Politik machen müssen, um sich von den Grünen abzugrenzen, kann man durchaus mal einen Link von denen posten ;-)).

Noch interessanter ist, dass du das auch gut findest. Punkt 1 ist genau das was Rauball meinte (Vereine in der Pflicht) und was ich hier mehrfach geschrieben habe (Punktabzug). Punkt 2 ist total offensichtlich, aber grade dieses Spiel war ja vorher nicht sooo problematisch zu sehen wie Dresden vs Union oder so. Punkt 3 unterstützt absolut das was der GdP-Vizepräsident bei Hart aber Fair gesagt hat, und widerspricht deinem Fanbeauftragten, der genau diese Einwürfe als "Einzelfälle" abgetan hat, diese Einzelfälle verharmlost und dann auch noch mit den Einzelfällen von polizeilicher Gewalt auf der anderen Seite gegenüberstellt (im Sinne von "bei euch gibt's auch schwarze Schafe, also alles halb so wild"). Übrigens ist dieser Punkt von Lee schon vor 10 Jahren angemerkt worden. Punkt 4 ist ok, aber ich denke es sollte über "Info" hinausgehen. Ultras sollten aktiv Kommunikation mit nicht-Ultras suchen. Vielleicht hat sich da mittlerweile was getan, aber anscheinend nicht genug, sonst wären nicht all diese Vorurteile da.

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Beitrag von Chris » 25.05.12 12:38:29

Ich würd nicht alles komplett unterschreiben, aber es freut mich zu sehen, dass man auch differenziert und wohlwollend an die Sache herangehen kann (Gruß an JBK).
Ultras sollten aktiv Kommunikation mit nicht-Ultras suchen. Vielleicht hat sich da mittlerweile was getan, aber anscheinend nicht genug, sonst wären nicht all diese Vorurteile da.
Das ist zB ein Grund, wieso es manchmal oder öfter den Eindruck macht, dass Stadiongänger oder andere speziellere Personengruppen als "Besserfans" dargestellt werden: Die Ultras als solche "buchführende" Gruppe wird von nahezu der kompletten Süd bzw von den regelmäßigen Stadiongängern im gesamten Westfalenstadion akzeptiert. Ich verweise da auch auf den Kommentar von dem weiblichen Fan bei "Hart aber Fair" die sinngemäß sagte, dass Stimmung bzw generell "Borussia Dortmund im Stadion" ohne die Ultras undenkbar wäre. Und das obwohl sie Pyro (und andere zweifelhafte Methoden die in der Öffentlichkeit uneingeschränkt den bösen Ultras zugeschrieben werden) ablehnte.

-> Es melden sich einfach zuviele Leute zu Wort die von der Materie keine Ahnung haben; nicht nur Promis und Medien sondern auch Fans im Foren.


Übrigens um nochmal auf die Sache mit den Einzelfällen bei der Polizei zurück zu kommen. Das sind idR mehr als nur Einzelfälle, von übertriebenem Einsatz der Staatsgewalt kann fast jeder Auswärtsmob von Liga 1-4 jede Woche ein Lied singen. Es wird nur nicht darüber berichtet bzw den Geschädigten sind die Hände gebunden. Probleme hier sind die Glaubwürdigkeit und vor allem die Identifikation von den Beamten. Die decken sich selbst und geben trotz Pflicht ihre Identität (bzw Dienstnummer) auf Nachfrage nicht heraus.

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Beitrag von Bagstone » 25.05.12 15:29:37

Rehhagel hat geschrieben:"Ich weiß ja, wie das ist. Ich habe 1943 in Essen im Keller gesessen, als wir bombardiert wurden."

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Beitrag von Bagstone » 13.06.12 03:57:02

Knapp ein Monat ist vergangen und die Medien sind wieder auf Weichspueltour... ein Geisterspiel und 100k wird ueberall als "harte Strafe" gewertet. Roflcopter. Als wenn diese Strafen in der Vergangenheit irgendwas bewirkt haetten...

Chris
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Beitrag von Chris » 14.06.12 15:44:18

Was wäre denn eine gerechte Strafe? Finde das Geisterspiel für Fortuna wirklich zu hart, da es kein Wiederholungspotential hat und durch ein Missverständnis zustande gekommen ist. Geldstrafe für den Verein, der es nicht geschafft hat den Fans klar zu machen dass das Spiel noch nicht vorbei ist, bzw die Fans zurückzuhalten ist wohl in Ordnung. Über die Höhe ist halt schwierig zu entscheiden, man kann immer in irgendeine Richtung argumentieren ("Sind doch Peanuts" / "Trifft nur den Verein, nicht die Fans" usw usf).

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