Filmfreaks: Zuletzt gesehen und er war...

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zzAng
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Beitrag von zzAng » 19.10.12 12:03:06

One Day

Die Frau (Anne Hathaway) und der Mann (Jim Sturgess) lernen sich an der Abschlussfeier ihres Colleges kennen und kommen sich näher. Träume und Ziele vor Augen und im Peak ihrer Jugend zeichnet der Film die darauf folgenden Höhen und Tiefen der Folgejahre.
Dazu bedient er sich einer interessanten Erzähltechnik: In jedem folgenden Jahr wird der gleiche Tag (5. Juli oder so) dargestellt und man sieht wo die Protagonisten stehen, was ihr Leben ausmacht und wie sich ihre Beziehung zueinander entwickelt hat. Cut. Nächstes Jahr, gleicher Tag - what's up?

Fand die Idee interessant, aber die Umsetzung sloppy. Manchmal wird nicht die richtige Pace gewählt und das Muster nutzt sich mit der Zeit ab. Einige Szenen scheinen irrelevant und im Vergleich zu der (wie immer) bestechend spielenden Anne Hathaway, wirkt ihr männlicher Counterpart oft wie ein Dawsons-Creek-Schönling, der in einer Soap besser aufgehoben wäre. Trotz allem ne "süße" Romance, nicht unbedingt 0815-Plot und mal was anderes.

6/10
:D

Leguanson
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Beitrag von Leguanson » 21.10.12 14:10:35

Cypher: 7/10

Origineller kleiner Sci-Fi-Thriller über Wirtschaftsspionage, Gehirnwäsche und Überwachung vom Regisseur von "Cube". Die Story überzeugt mit durchgehender Spannung und guten Twists und das geringe Budget sieht man dem Film mal abgesehen von einer etwas billigen Animation eines Stealth-Hubschraubers absolut nicht an, auch optisch und atmosphärisch ist der Streifen top. Das Ende ist ein bisschen kitschig, aber basst scho.

Leviathan: 6/10

SciFi-Horror aus den späten 80ern nach bewährtem Muster - eine Gruppe von Forschern/Arbeitern werden auf engem Raum und abgeschnitten von der Zivilisation von einem fremden Organismus heimgesucht und dann wird munter gestorben. Entstand im Fahrwasser von "The Abyss", erinnert aber stilistisch eher an die Alien-Reihe. Die Schauspieler sind alle aus dem zweiten Glied, machen ihre Sache aber alle sehr solide und auch was die Optik betrifft kann man nicht klagen. Originell ist die Story zwar nicht im Mindesten, aber zumindest Genrefans (Scifi, Abenteuer, Horror) werden hier überdurchschnittlich unterhalten.

President Evil: 5/10

Durchgeknallte Slasherkomödie, in der ein Geisteskranker mit Ronald Reagan-Maske Jagd auf zugedröhnte Studenten und Hippies bei einem Musikfestival in der Provinz macht. Der Film soll wohl auch eine gewisse politsatirische Komponente haben, die jedoch bestenfalls undurchdacht und in Versatzstücken daherkommt und die Anspielungen, Dialoge und Jokes sind von höchst unterschiedlicher Qualität. Letztlich bezieht der Film seinen Reiz doch nur aus den herkömmlichen Slasherzutaten wie nackter Haut, Schockmomenten und der Frage, wer wann wie an der Reihe ist. Das kann sicher ganz unterhaltsam sein, wenn man gerade Lust darauf hat, ist aber nüscht besonderes.

PS: Ich habe die Filme in der letzten Woche alle auf Youtube gesehen, wo doch recht viele sehenswerte Filme in Vollversion und akzeptabler Qualität hochgeladen sind, was ich bis vor kurzem noch garnicht wusste.
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zzAng
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Beitrag von zzAng » 01.11.12 22:46:45

Moonrise Kingdom

Ein typischer Wes Anderson würd ich sagen. Mit viel Liebe fürs Detail, ein bisschen artsy und prätentiös mit dem üblichen ironischen Unterton, der sich durch den ganzen Film zieht.
Der Film erzählt die Liebesgeschichte von zwei ~Zwölfjährigen (man munkelt manche treibens schon in diesem Alter) und veranschaulicht gelungen deren naive Sicht auf das Leben, Eltern und andere Probleme ohne sich gehässig darüber lustig zu machen.
Schöne Bilder, einige Schmunzler gepaart mit einem großer Cast um Bruce Willis, Edward Norton, Tilda Swinton und Bill Murray. Die Zeltlagerfraktion aus dem Channel würde ebenfalls voll auf ihre Kosten kommen.

7.5/10

Detachment

Ein Vertretungslehrer (Adrien Brody) kommt in eine neue Klasse an einer Problemschule und kriegt die volle Wucht der Missstände zu spüren. Die Schüler sind vernachlässigt, perspektivlos und sind geplagt von Teenie-Problemen und mehr, die Lehrerkollegen sind ausgebrannt und auch er selbst hat einige Probleme am Schuh, die nicht weniger zu werden scheinen als er ein minderjährige Prostituierte kennenlernt.

Keine Sorge, der Film ist keine klassische Sozialkritik am Bildungssystem und auch kein "Coach Carter in weiß". Er ist kein erhobener Zeigefinger oder ein Hollywood-Märchen sondern lässt den Zuschauer für die Länge des Films in die Welt der Hoffungslosigkeit, Tristesse und des Scheiterns eintauchen und bei Beginn des Abspanns greift man nicht sofort nach der Maus und zielt auf das "X" rechts oben, sondern lässt ihn noch ein paar Sekunden nachwirken. Gute Leistung, Brody. Übrigens von dem Director von "American History X".

8.5/10
:D

Leguanson
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Beitrag von Leguanson » 02.11.12 20:39:27

Haus aus Sand und Nebel: 9/10

Eigentllich wollte ich ein paar meiner geliebten mittelmäßigen Horror- und SciFi-Filme vorstellen, aber weil zzAng hier auf Niveau macht, reiche ich mal ein Drama nach, dass ich schon länger kenne, habs aber vor kurzem nochmal gesehen.

Ein Haus an der Küste Kaliforniens wird zum Auslöser eines schicksalhaften Interessenkonflikts zwischen zwei gesellschaftlichen Außenseitern. Die geschiedene und vom Alkohol aus der Bahn geworfene Kathy hat durch Zahlungsversäumnisse und bürokratische Irrwege ihr Eigenheim bei einer Zwangsversteigerung verloren. Ihr Unglück ist das Glück der dreiköpfigen iranischen Familie Behrani, die als Politflüchtlinge ins Land gekommen sind und das Haus zu einem Spottpreis, wenn auch mit ihrem letzten Ersparten ersteigern können. Für die einstmals wohlhabende Familie ist es nach vielen Rückschlägen die letzte Chance, im fremden Land einen Fuß auf den Boden zu bekommen. Massoud Behrani, ein ehemaliger hochrangiger Militär, plant das Haus nach eigenhändigen Renovierungsarbeiten mit Gewinn weiterzuverkaufen, um nicht mehr niedere Gelegenheitsjobs annehmen zu müssen. Für Kathy wird der Verlust des Hauses hingegen zum Symbol ihres gescheiterten Lebens und sie setzt alles daran, das Haus zum Versteigerungspreis wiederzuerlangen. Sowohl Kathy als auch die Behramis sind zu verzweifelt, um nachgeben zu können, und der Streit beginnt zu eskalieren.

Aus einer sehr guten Romanvorlage ist ein wahnsinnig intensiver und am Ende fast unerträglich trauriger Film geworden, in dem die unaufhaltsame Tragödie, in die neben dem eigentlichen Konflikt noch weitere Facetten wie kulturell bedingte Missverständnisse, Ressentiments und andere menschliche Makel eingearbeitet sind, mit größter Handwerkskunst auf allen Ebenen in Szene gesetzt wird. Allen voran sind da wohl die herausragenden Leistungen von Ben Kingsley und Jennifer Connelly zu nennen, dann die empathische Musik von James Horner, die eindringlichen Bilder der Kamera (vom neunfach oscarnominierten Roger Deakins) und eine brillante Regie vom (damaligen) Newcomer Vadim Perelman. Das reduzierte Tempo und die dichte Atmosphäre des Films, die Entwicklung der Story, da passt alles.
Zuletzt geändert von Leguanson am 02.11.12 22:35:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von J4m3sB0nd » 02.11.12 21:56:16

James Bond - Skyfall

Nach dem letzten "Bond"film Quantum Trost bei dem ich aufgrund des Schnittwahnsinns nah an einem epileptischen Anfall war, bin ich diesmal mit gemischten Gefühlen ins Kino gegangen. Ich wurde nicht enttäuscht. Ich vergebe 8/10.

Die Story ist ok. Dazu flotte Sprüche, ein toller Song, Frauen und gelungene Action - wie ein Bond eben sein muss. Die neuen Bond Filme sind ANDERS als die alten. Nicht BESSER oder SCHLECHTER - einfach anders. Das ist OK, solange sie nicht beschissen sind wie Quantum Trost.

Maiki
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Beitrag von Maiki » 03.11.12 02:09:01

Skyfall 9/10

Die Story hat mich nicht unbedingt vom Hocker gehaun, schlecht war sie aber auch nich - besser als Quantum allemal. Und sie kam (weil vorher 0,0 gelesen, was man sich angewöhnen sollte) dann auch recht überraschend. Zumal es ein Bond is. Gut gegen Böse, Superaffe bedroht die Welt mit 4,8 Mio Atombomben und will mindestens so viel Dollar (hi @ alte Bonds).
Ne, eben nich. Aber das kennt man ja auch schon aus Casino Royale und auch aus Quantum Solace.

Bond rennt nich ständig durch die Gegend und verhaut Leute, die Actionszenen sind sogar relativ rar. Oft gibts auch einfach nur gute Dialoge, teilweise mit mehr als guten Onelinern. Selten so gelacht bei nem Bond - ohne dasses Richtung Comedy abdriftet. Auch die Anspielungen an ältere Bondfilme sind sau gut. Wenns dann mal drum geht hinter den bösen Buben herzurennen etc, dann is das super gemacht. Keine dämliche wacklige Handkamera wie in Quantum, sondern schlichte Actionaufnahmen. Auch die von mir eher gehasste obligatorische ~5-Min-Verfolgungsjagd mitm Auto fandich bessa als sonst (heute noch den Top Gear Bericht dazu gesehn, sehr interessant wie das ganze gemacht wurd. Ben Collins als Fahrer kann eh was). Überhaupt die Kameraführung fandich richtig gut.

Das gipfelt dann in 2 Szenen, die ich überragend fand. Also wie sie gedreht wurden. Wer sich den Film anschaut wird denkich sehen, welche gemeint sind. Sam Mendes is halt auch nich irgendwer und der Herr Kameramann hat schon diverse Oscar-Nominierungen erhalten.

Schauspielerisch mag ich Craig eh. Auch als Bond, allen anfänglichen Unkenrufen zum Trotz. Judi Dench als M kennt man - auch wenn sie bisken mehr Leinwandzeit bekommt. Ralph Fiennes kann eh fast alles. Spielt das ganze nüchtern und kühl wies sein soll, passend zur Rolle.

Mein Highlight ist aber Javier Bardem. Für mich der beste Bond-Gegenspieler seit langem. Also rein schauspielerisch. Diese Mischung aus knallhart-rachsüchtig und psychopathisch-verrückt ist großes Kino - allen voran die Szene auf der Insel. Ne Oscarnominierung könnte sogar drin sein.

Ein Wort noch zu den Bondgirls: Grundsätzlich optisch enttäuschend, was erstmal ziemlich blöd ist. Aber sie spielen einfach eine untergeordnete Rolle (oder?), dass es zum jetzigen Bond mehr passt als die ewigen Bettgeschichten.

Kleines Fazit: Ich fand den Bond richtig gut! Wie ein weiser Fußballer (ich komm grad nich drauf) mal sagte: Es gibt keine neuen oder alten Bonds, es gibt nur gute oder schlechte. Der war gut. Punkt.
Zuletzt geändert von Maiki am 05.11.12 20:27:47, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Leguanson » 03.11.12 15:07:19

Colossus - 5/10

Sechziger-SciFi aus der Zeit des Kalten Krieges, in dem sich zwei Supercomputer, die von den USA und den Russen entwickelt wurden, um ihre atomare Verteidigung zu optimieren, miteinander gegen die Menschheit verbünden, um sie vor sich selbst zu schützen. Das interessante Motiv einer künstlichen Intelligenz, die die Menschen beschützen soll, sie dann jedoch zu ihrem vermeintlich besten entmündigen will, ist von Kubricks "Odyssee 2001" adaptiert und wurde später vielfach aufgegriffen, in neuerer Zeit u.a. in "I, Robot". Da der Film als Klassiker gilt und ein recht hohes IMBb-Ranking aufweist, war ich von einem intelligent ausgefeilten und spannenden Streifen ausgegangen. Stattdessen wird der Film überwiegend von steriler Ödnis, faden Schauspielerleistungen und einer teilweise dümmlichen Story bestimmt, bis es im letzten Drittel eine gewisse Auflockerung gibt, jedoch eher im Sinne eines Trasheinbruchs. Ein Wissenschaftler trotzt dem alles überwachenden Computer ein wenig Privatssphäre ab, indem er behauptet, ein Mann könne nur überleben, wenn er sich vier Mal pro Woche mit einer Frau paart, und zu diesem Zweck schaltet der Computer seine Überwachungskameras ab :D natürlich ist der Film prüde genug, die entsprechenden Szenen so undeutlich wie möglich zu zeigen. Das einzig Nennenswerte ist, dass es im Film kein Happy End gibt und der vermeintlich gerissene Plan der Menschen, die Computer zu besiegen, grandios scheitert. Ich kann nicht sagen, dass ich es bereue, den Film gesehen zu haben, aber ich werde ihn sicher nicht nochmal schauen.
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Beitrag von zzAng » 04.11.12 22:19:54

Brave

Hatte mal wieder Lust auf einen Pixar und habe Brave eingelegt. Es geht um eine Prinzessin, die so ganz unprinzessisch ist und lieber durch die Wälder reitet, Abenteuer sucht etc... Natürlich gefällt ihrer Mutter dieser Lebensstil nicht und als sie dann verheiratet werden soll, droht der Konflikt zu eskalieren und die Prinzessin trifft eine Entscheidung mit unabsehbaren Folgen.

Der Plot ist also nicht besonders innovativ und auch wenn die Animationen und Bilder teilweise wirklich unglaublich gut geworden sind, fehlt dem Film ein Teil des Pixar-Charmes, der andere Filme so auszeichnete. Der Villain ist viel zu blass und halbgar und die Aufgabe, der sich die Protagonistin stellen muss um alle Probleme zu lösen ist ebenfalls schwach und undurchdacht.
Man hat das Gefühl, dass die Resourcen für toll gezeichnete Charaktere und Landschaften verbraucht wurden - das Storytelling wurde vernachlässigt. Trotzdem insgesamt ein paar "aaaww"-Momente und ein Feel-Good-Film für die Familie. Diesmal aber doch mehr auf die Kinder-Zielgruppe gerichtet als bei anderen Pixars, an denen ja auch Grown-Ups Spaß hatten.

5.5/10
:D

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Beitrag von J4m3sB0nd » 06.11.12 01:35:03

I Saw The Devil 7,5/10
Koreanischer Rache-Thriller von zzang empfohlen. Der Hauptdarsteller ist glaube ich der Brad Pitt des koreanischen Kinos. Und der Film hat mich an Sieben erinnert.

Flatliners 7,5/10
Mal nen guter, alter 90er zwischendurch. Um auch mal wieder ein paar Stars zu sehen in ihren frühen Rollen.

Ohne Limit 8/10
Hangover Star Bradley Cooper in einem etwas anderen Thriller. Nette Story.

Die Vermessung der Welt 6,5/10
Kinobesuch kann man sich schenken. Aber der Film ist trotzdem sehenswert, zumindest wenn man mal was "Anderes" sehen möchte.

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Beitrag von zzAng » 06.11.12 19:16:53

Skyfall **minor spoilers incl.**

War ein kleines bisschen enttäuscht. Hatte den Film sehr antizipiert und obwohl er gleich mit einer starken Verfolgungsjagd beginnt, hat der Film es nicht geschafft mich dauerhaft zu hooken. Hab mich mehrmals dabei ertappt wie ich nach der Uhr geschielt habe. Woran das lag?

Der Film hat Längen. 140 Minuten Spielzeit kann man nicht mit reiner Action füllen und die Drama-Szenen waren im Vergleich zu anderen Filmen nicht überzeugend genug. Zum einen ist da das Comeback von Bond. Erst zieht er sich komplett zurück und kehrt dann als der Alte zurück, obwohl man durch die Szenen im Exil und diesem Tauglichkeitscheck suggerieren wollte, dass er Zweifel hegt/innerlich zerrissen ist oder whatever... Stattdessen hat er die üblichen kleinen Bond-Strauchler, dass er auch mal einen Schlag abbekommt oder mal gefesselt ist, aber im Endeffekt hat sich nichts geändert. Das macht die unmittelbaren Szenen nach dem "Verrat" eigentlich obsolet. Das Innenleben von Bond wurde in Casino Royale und Quantum besser und konsistenter mit seinen Handlungen dargestellt.

Aber nun gut, es ist ja auch ein Bond - kein Faust oder Dark Knight. Der Main-Villain spielt eher diese Rolle und Javier Bardem macht das ganz gut, obwohl er teilweise overacted. Er sorgt auch für die Comic Reliefs, wobei diese sehr platziert und konstruiert wirken (vllt. auch gewollt) und deswegen nicht richtig mit dem Film flowen. Q genauso... er ist halt als Humorkomponente platziert worden, die nebenbei auch Q ist. Zu offensichtlich für den geneigten Filmschauer. Judi Dench wirkt insgesamt etwas blass und nicht so überzeugend und ich hätte mir gewünscht, dass die Rolle des "bösen" Bondgirls etwas größer gewesen wäre. Der Film deutet wieder was mit großem blabla an, ihre Vergangenheit etc um sie dann einfach zu droppen und nicht weiter zu behandeln.

Irgendwie schienen Director oder Drehbuchautor nicht so recht zu wissen, was das für ein Film sein soll. Drama? Action? Rachefilm? Diesmal lieber kein Romance? Classic Bond? Im Endeffekt wurde alles in ein ~140-Minuten-Kolloss verpackt und Craig ist zwar ein richtig cooler Bond, aber doch kein so guter Schauspieler um den Film die ganze Zeit über zu tragen.

6.5/10
:D

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Beitrag von Leguanson » 15.11.12 22:53:35

72 Stunden - 8/10

Russell Crowe ist der Mel Gibson des neuen Jahrtausends, er ist einfach wie geschaffen für diese Scheisse-ich-muss-das-schaffen-Storys rund um Rache und Erlösung. Wobei Crowe definitiv der bessere, oder zumindest vielseitigere Schauspieler von beiden ist. Wollte den Film schon länger mal sehen, weil ich positives Feedback von nem Filmbuddie erhalten hatte und wurde nicht enttäuscht. Eine Frau kommt hinter Gitter, weil sie ihre Chefin in einer Tiefgarage ermordet haben soll. Die Indizien sind erdrückend, dennoch schwört sie, es nicht gewesen zu sein. Der Zuschauer wird im Dunkeln gehalten. Ihr Mann (Crowe), ein Collegedozent, entschließt sich nach der letzten erfolglosen Revision, seiner Frau ohne deren Wissen zur Flucht aus dem Gefängnis zu verhelfen und ins Ausland zu fliehen.

Der Film schafft es, eine Balance zwischen Drama und Thriller zu halten, die den Zuschauer nicht wissen lässt, wie der Film letztlich ausgeht. Und Crowe spielt die Hauptrolle einfach nur grandios. Nicht overacted, nicht zu dick aber auch nicht zu dünn aufgetragen. Auch aufgrund einer routinierten Inszenierung, die gegen Ende immer rasanter wird, fällt die ein- oder andere Unebenheit des Drehbuchs, was die Planung und Durchführung des Coups betrifft (der aber durchaus nicht zu unrealistisch abläuft), nicht so sehr auf.

Ich vergebe einfach mal 8 Punkte, und zwar vor allem in Relation zu vielen anderen Heist- und Actionthrillern, die ich zuletzt gesehen habe. Denn im Vergleich dazu ist dieser Film wirklich sehr erfrischend.
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Beitrag von Maiki » 06.12.12 22:13:38

Bourne Vermächtnis

Grad keine Lust auf ne ausführliche Kritik, daher in aller Kürze:

Sie hätten es einfach sein lassen solln. Renner is kein schlechter und es ist auch ein ansehnlicher Action-/Agentenfilm, aber es ist für mich kein Bourne. Und dass sie es als zeitgleich mit Bourne Ultimatum laufend / halbsequel gemacht haben fandich relativ nervig. Ein Prequel wär das einzig sinnvolle ohne Damon gewesen (wenn überhaupt..).

Das Ende war dann aber zu viel. Wir guckten uns auf der Couch an und dachten äh....wie....das wars jetz?

Normalerweise wär das durchaus 6-7/10 wert.

Aber unter den genannten Umständen: 4/10

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Beitrag von Leguanson » 11.12.12 21:21:10

Hab mal wieder meinen Vintage-Science-Fiction-Horizont erweitert.

Outland – Planet der Verdammten: 7/10

Der in die Jahre gekommene Marshall O'Niel (Sean Connery) deckt als Sicherheitschef einer extraterrestrischen Bergbaustation den Missbrauch einer synthetischen Droge auf, die die Arbeitsleistung der Bergbauer auf Kosten fataler Psychosen und Selbstmorde erhöht. Dabei ist er (fast) ganz auf sich allein gestellt und bekommt es am Ende auch noch mit Auftragskillern zu tun, die mit einem Shuttle eingeflogen werden und Jagd auf ihn machen.

Der Film wird auf diversen Rezensionspages recht treffend als "Western im All" bezeichnet, wo ein einzelner aufrechter Mann im "12 Uhr mittags"-Stil einfach keine Ungerechtigkeit vertragen kann und einen vermeintlich hoffnungslosen Kampf aufnimmt. Gut gespielt, spannend inszeniert und mit ansprechenden, düsteren Settings. Kann man sich richtig gut reinziehen.

Unternehmen Capricorn - 6/10

Kurz bevor drei Austronauten auf die erste bemannte Marsmission geschickt werden, werden sie heimlich aus dem Shuttle geholt und auf ein geheimes Gelände in der Wüste verfrachtet, wo ihnen mitgeteilt wird, dass eine erfolgreiche Marslandung aufgrund eines defekten Lebenserhaltungssystems unmöglich ist, sie aber die Landung vor einer penibel errichteten Kulisse spielen sollen, weil der Misserfolg das finanzielle Ende der NASA zur Folge hätte. Ein Journalist kommt dem Betrug auf die Spur und wird zur Zielscheibe, ebenso wie die Astronauten, deren Tod bereits geplant ist.

Ein ambitionierter Film, der klassische, kurzweilige Verschwörungs-, Thriller- und Actionkomponenten mit dialogisch ausgefeilter Gesellschaftskritik zu verknüpfen sucht und dem das auch streckenweise gelingt. Das letzte Drittel des Films ist allerdings recht zäh, das Tempo geht verloren und leider auch die Ideen. Unterm Strich lohnt es sich aber.

Fiend without a face - 7/10

Rund um eine atombetriebene Radarstation an der US-kanadischen Grenze, von wo aus ein neuartiges Überwachungssystem getestet wird, kommen Bewohner einer Kleinstadt auf mysteriöse Art ums Leben. Der Kontaktoffizier kommt einem Wissenschaftler auf die Spur, der durch telekinetische Experimente eine ganze Reihe von unsichtbaren Wesen erschaffen hat, die es besonders auf die Gehirne der Menschen abgesehen haben.

Dieser 50er-Schwarz-Weiß-Streifen, irgendwo zwischen Horror-, Thriller- und SciFi-Genre angesiedelt, spielt mit atomarer Unberechenbarkeit und unsichtbarer Invasion, ist aber in erster Linie ein kurzweiliger und streckenweise auch selbstironischer Unterhaltungsfilm, der von guten Schauspielern, gelungenem Suspense und bemerkenswerten Toneffekten getragen wird. Das Ende ist dann wunderbar trashig.
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Beitrag von Leguanson » 02.01.13 22:54:24

Prometheus: 5/10

Ein aus Alien- und SciFi-Versatzstücken zusammengeschustertes Prequel-Wrack, das mehr schlecht als recht und spannungsarm durch den Weltraum dödelt. Hier ist keine Idee neu und man wartet auf den Moment, wo sich irgendwas Originelles tut, aber es passiert - nichts. Die Dialoge werden bedeutungsschwanger vorgetragen, sind aber in Wahrheit nur Worthülsen mit ein bisschen Edelkitsch. Charlize Theron hat mir noch nie so Leid getan...diese sehr gute Schauspielerin hat eine Rolle, die in ihrer Bedeutungslosigkeit nur an die von Jodie Foster in "Inside Man" heranreicht. Der Rest der Mimen sorgt für keinerlei ernstzunehmenden Charme, nur Fassbender haucht der unausgereiften Androidenfigur David ein bisschen Leben ein. Der Grund, warum ich die Bewertung nicht noch tiefer ansetze, ist einzig und allein ein erwartungsgemäß hohes inszenatorisches Niveau und ein paar nette Szenen, wo sich das Auge bedankt. Aber auch diese Szenen sind durchaus spärlicher gesät als von mir angenommen. Unterm Strich eine echte Enttäuschung.
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Beitrag von Bagstone » 02.01.13 23:02:33

Haha danke Lee, stimme voll und ganz zu! Das beste an Prometheus ist übrigens der Trailer... allerdings der von "Honest Trailers": http://www.youtube.com/watch?v=RBaKqOMGPWc (ACTHUNG SPOILER! Wobei der Film so kacke ist da ist jeder Spoiler egal)

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